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Luft nach oben

Mai 2019

BaFin gestattet nur drei AIF im ersten Quartal 2019

Das war ein magerer Start ins AIF-Jahr mit viel Luft nach oben. Im ersten Quartal hat die BaFin gerade einmal drei regulierte Sachwerte-Produkte genehmigt. Zwei davon stammen von der Münchner Wealthcap, das dritte ist ein Pflegeheimfonds der INP Invest. Das prospektierte Eigenkapitalvolumen des Trios summiert sich auf 85 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2017 genehmigte die BaFin sieben AIF mit insgesamt 313 Millionen Euro Eigenkapital. Am Ende des Jahres kamen rund 1,1 Milliarden Euro zusammen. Wir rechnen nun lieber nicht hoch, wie das Gesamtergebnis für 2019 ausfällt, wenn es so weiter läuft wie in den ersten drei Monaten.

So düster dürfte es nicht kommen. Seit Anfang April ist bereits eine Reihe zusätzlicher AIF freigegeben worden für den Vertrieb, weitere liegen auf dem Schreibtisch des BaFin-Sachbearbeiters oder befinden sich in einem konkreten Planungs-Stadium. Das weiß ich aus Gesprächen mit verschiedenen Anbietern. Allerdings stellt sich die Frage, wer die geschlossenen Fonds verkaufen soll. Mit Ausnahme der HypoVereinsbank als Vertriebsarm für die Wealthcap und einigen wenigen Sparkassen und Volksbanken, machen sie in den Banken das Zeichen gegen den bösen Blick, wenn ein Emissionshaus sein neues Produkt vorstellen will.

Zahl der freien Vermittler sinkt kontinuierlich

Gleichzeitig geht die Zahl der freien Vermittler kontinuierlich zurück. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zählt zum 1. April 2019 exakt 8.973 Finanzanlagenvermittler mit Lizenz nach Paragraph 34 f, Absatz 2 zum Verkauf geschlossener Investmentvermögen. Das sind noch einmal 110 weniger als am 1. Januar dieses Jahres.

Wie viele von denen tatsächlich aktiv sind, kann nur geschätzt werden. Die Chefs von Vertriebsgesellschaften mit einem Ohr am Markt gehen davon aus, dass nur jeder dritte tatsächlich noch im Geschäft ist. Das wären rund 3.000 Vermittler. Meiner Ansicht nach ist das eine realistische Einschätzung. Wie viele Kunden mögen diese 3.000 bedienen? Deutlich weniger als die Gesamtheit der potenziellen Anleger, die für eine Sachwertebeteiligung in Frage kommen. Da bin ich mir sicher. Denn bei Zinsen um null Prozent wird niemand reich. Mit Sachwerten wie Immobilien dagegen schon. Die Bundesbank hat in ihrem aktuellen Monatsbericht zur finanziellen Situation der Deutschen herausgestellt, dass sich das Vermögen vor allem von Immobilieneigentümern vermehrt hat.

Fondsanteil als Einstieg ins Immobilien-Segment

Es muss ja nicht gleich die vermietete Eigentumswohnung sein oder gar ein Mehrfamilienhaus. Als Einstieg bietet sich ein Anteil an einem geschlossenen Immobilienfonds dagegen durchaus an. Und wenn die nächste Generation von Anlegern ihre Fondsanteile direkt und online zeichnen kann, umso besser. Nahezu jeder Anbieter arbeitet derzeit an einem digitalen Vertriebsmodell. Auch das weiß ich aus erster Hand.

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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