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Land in Sicht

August 2018

Abbildung Schiffsfonds

Auf den Schiffsmärkten mehren sich die guten Nachrichten

Sind die bitteren Jahre der Schifffahrtskrise vorbei? Die Hinweise dafür mehren sich. So sind die Charterraten bei den kleineren Feeder-Schiffen in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen, und die Branche hofft, dass die positive Entwicklung trotz der aktuellen Handelskonflikte anhalten wird. Commerz Real zum Beispiel konnte drei Feeder-Containerschiffe zu höheren Raten als im Durchschnitt der vergangenen Jahre neu verchartern. Die Entwicklung ist nicht auf kleinere Schiffe begrenzt. Die Charterraten für ein 8500-TEU-Schiff kletterten ebenfalls – von 12.000 Dollar auf 19.000 Dollar am Tag. „Die Schiffe sind voll, gerade von Europa nach Asien“, berichtet ein Insider. „Manche Container können nicht mit und müssen warten.“ Wann hat es so etwas zuletzt gegeben?

Ein Trend setzt sich fort. Schon vor einigen Wochen verbreitete das auf Schiffsinvestitionen spezialisierte Beratungsunternehmen Moore Stephens gute Nachrichten. Grundlage war eine Befragung von Schiffseignern, -maklern und Charterern. Auf einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn der beste Wert ist, liegt das Vertrauen momentan bei 6,4 und damit auf dem höchsten Stand seit vier Jahren.

Krise hätte niemanden überraschen dürfen

Seit acht Jahren steckt die globale Schifffahrt nunmehr in der Krise. Verantwortlich dafür war vor allem die gewaltige Zahl der Schiffsneubauten. Die Orderbücher der Werften waren voll, der Tonnage-Zuwachs erheblich größer als das Wachstum im globalen Güterverkehr. Die Krise hätte daher eigentlich niemanden überraschen dürfen  – zumal Analysten und Fachjournalisten häufig genug auf das Missverhältnis hinwiesen.

Inhaber von Schiffsfonds dürften profitieren

Inzwischen hat sich das Verhältnis umgekehrt. So stieg im vergangenen Jahr die Nachfrage nach Schiffsraum um 3,2 Prozent, die Tonnage der neuen Schiffe aber nur noch um 1,6 Prozent. In diesem Jahr laufen zwar noch einige Neubauten vom Stapel, doch langsam versiegt die Pipeline. In jüngster Zeit haben die Reedereien kaum Nachschub geordert. Im kommenden Jahr, so hofft die Branche, könnten die Frachtraten daher nachhaltig wieder steigen und die Dauerkrise ein Ende finden. Davon sollten auch die Inhaber von Schiffsfonds grundsätzlich profitieren. Verfestigt sich die positive Entwicklung tatsächlich, dürften die Kurse für gebrauchte Schiffsfonds an der Zweitmarktbörse steigen.

Nachfrage steigt stärker als Tonnage-Wachstum

Dazu einige Zahlen: Die globale Containerflotte umfasst per 1. Juni 2018 genau 6.129 Schiffe mit einer Transportkapazität von 22,2 Millionen Stellplätzen (TEU). Innerhalb der vergangenen zwölf Monate ist die Flotte damit um 6,6 Prozent gewachsen. Als direkte Auswirkung der erhöhten Aktivität der Containerlinien reduzierten sich die beschäftigungslosen Zeiten der Containerschiffe deutlich. Im Juni betrug die Kapazität der beschäftigungslosen Schiffe nur noch 205.000 TEU. Demnach ist lediglich 0,9 Prozent der weltweit verfügbaren Containerkapazität ohne Beschäftigung.

Die Bulk-Carrier-Flotte umfasst per 1. Juni 2018 insgesamt 11.210 Schiffe mit einer Transportkapazität von 828 Millionen dwt. Innerhalb des vergangenen Jahres ist die Flotte um zwei Prozent gewachsen. Aufgrund der positiven Markterwartungen blieb im zweiten Quartal das Verschrottungsvolumen hinter den Erwartungen zurück. Für das Jahr 2018 erwartet Clarksons daher ein Flottenwachstum von 2,5 Prozent und für die Nachfrageseite ein Plus von 2,7 Prozent. Maßgeblicher Wachstumstreiber ist China. Zwar wird der Markt von den Zöllen auf Handelswaren zwischen China und den USA überschattet, doch macht der Handelsweg nur ein Prozent des gesamten Güterverkehrs aus.

Die Tanker-Flotte besteht aus Rohöl-, Produkten- und Chemikalientanker und umfasst aktuell 14.577 Schiffe mit einer Transportkapazität von 607 Mio. dwt. Für das Jahr 2018 geht der Markt von einem Flottenwachstum der Rohöltanker von 0,8 Prozent aus. Bis Juni wurden 54 Schiffe mit einer Kapazität von 10,5 Millionen dwt abgeliefert. Gleichzeitig wurden 56 Schiffe mit einer Kapazität von ebenfalls 10,5 Millionen dwt verschrottet. Bei der Nachfrage rechnen die Branchenbeobachter mit einem Anstieg von 2,4 Prozent für Rohöl und mit einem Plus von 2,6 Prozent für Produkte. Der Bedarf würde somit das Flottenwachstum übersteigen.

Herzlich, Ihr Markus Gotzi

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