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Mietendeckel und Negativzinsen

Januar 2020

Woran werden wir uns künftig an das Immobilienjahr 2019 erinnern?

Was bleibt uns in Erinnerung, wenn wir in einigen Jahren auf das Immobilienjahr 2019 zurückblicken? Wahrscheinlich denken wir an den Mietendeckel, ein eher dem Aktionismus zugehöriger Versuch des Berliner Senats, die Wohnungsnot in der Hauptstadt zu lösen. Nach Ansicht von Experten und Medien ein weiteres Beispiel von „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht“: Die Hilflosigkeit der Politik bremst den Wohnungsbau – und potenziert die Wohnungsnot.

Die Zinsen, auch so ein bestimmendes Thema des vergangenen Jahres. Wer gut verhandelt, kriegt als Kreditnehmer sogar mehr raus als er aufnimmt. Krank, oder? Aber ein Turbo für die Immobilienmärkte. Daher blieben die politischen Verwerfungen weitgehend ohne große Wirkung. Brexit, Handelskriege, schwächelnde Konjunktur – spielte alles keine große Rolle.

Renditevorsprung bei Immobilien bleibt bestehen

Die Spitzenmieten haben in den Büro-Hochburgen noch einmal zugelegt. Die Preise auch. Und der Trend dürfte sich fortsetzen – trotz der von Fachleuten prognostizierten weiter sinkenden Renditen. Vor allem die Spezialfonds für institutionelle Investoren geben sich unbeeindruckt davon. Sie zählen mit 22 Prozent am Gesamtkuchen zur größten Käufergruppe auf den Immobilienmärkten, gefolgt von Investment-Managern, Immobilien-AGs, Projektentwicklern und offenen Fonds. Kaum anzunehmen, dass sich daran im kommenden Jahr viel ändert. Die Zinsen an den Kapitalmärkten pendeln weiterhin rund um den Null-Meridian, so dass der Renditevorsprung von Immobilien trotz schrumpfender Erträge immer noch rund 300 Basispunkte betragen dürfte.

Immobilien-AIF sollten daher auch in diesem Jahr das Segment der Sachwerte für private Kapitalanleger bestimmen. Wobei die Anbieter 2019 verstärkt Beteiligungen an Immobilien im Ausland anboten. Die Zahl der Initiatoren von US-Fonds stieg erheblich, und Real I.S. setzte seine Reihe mit Australien-Fonds fort. Hinzu kommen zahlreiche Neulinge und Unternehmen, die erstmals nach einer längeren Pause wieder den Markt betraten.

Wer wird Sachwerte künftig vertreiben?

Ein Fragezeichen steht hinter dem Vertrieb der Sachwerte-Beteiligungen. Die Banken halten sich weiterhin zurück, und die freien Vertriebe fühlen sich zunehmend gegängelt. So spielen mehr als 40 Prozent der Vermittler mit dem Gedanken, ihr Geschäft einzustellen, wenn sie künftig von der BaFin reguliert werden. Im Koalitionsvertrag ist festgeschrieben, dass die Aufsicht von den Industrie- und Handelskammern und Gewerbeämtern auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übergehen soll.

Wird der digitale Vertrieb in die Bresche springen? Ich bin gespannt. 2020 wird ein spannendes Jahr. Hoffentlich auch ein gutes.

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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