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Rauswurf aus dem Spielzimmer der Politik

Dezember 2020

Anleger bereiten sich auf die Zeit nach Donald Trump vor

Kennen Sie das Video, in dem Donald Trump im Kindergarten auf einem Hüpfball sitzt? Ist natürlich nicht der echte Donald, und auch nicht der echte Vizepräsident Mike Pence, der ihn drängt, das Spielzimmer zu verlassen. Wie ein Vierjähriger, der er noch ist, schreit Donald herum (I don’t wanna go!), wirft sich auf den Boden und wird schließlich von Pence aus dem Raum geschleift. Zum Brüllen komisch.

Erfolgloser Putschversuch

Inzwischen ist mir das Lachen vergangen. Trump meint es offenbar ernst, wenn er das Wahlergebnis nicht akzeptieren will. Was hat er inzwischen nicht alles versucht, um im Amt zu bleiben? Hat zig Klagen eingereicht mit dem Ziel, die Stimmen für Biden als ungültig zu erklären. Hat Parteifreunde unter Druck gesetzt, den Wähler-Willen zu ignorieren. Zum Glück alles ohne Erfolg. Und trotzdem ist der Schaden immens. Denn was der Totengräber der amerikanischen Demokratie sät, fällt auf fruchtbaren Boden. Sein 73 Millionen Menschen starker Fanclub glaubt seine Lügen. Und die Republikanische Partei hält ebenfalls zu ihm. Selbst Justiz- und Außenminister spielen bei diesem beispiellosen Putschversuch mit.

Das ist eine schwere Hypothek für den rechtmäßigen Nachfolger. Joe Biden muss die fast unlösbare Aufgabe bewältigen, die USA wieder zu einen. Und das in einer Pandemie, die schon mehr als 250.000 Todesopfer gefordert und das Land weitgehend lahmgelegt hat. Denn natürlich ist Covid 19 für die negative Entwicklung der US-Immobilienwirtschaft verantwortlich. Aktuelle Zahlen von CBRE lassen keine andere Interpretation zu. So brachen die Vermietungen auf den Büromärkten im dritten Quartal 2020 um 40 Prozent ein. Und nicht nur das. Die Unternehmen mieteten nicht nur kaum neue Flächen an, sondern zogen aus ihren Büros aus. Unter dem Strich steht ein Leerzug von mehr als drei Millionen Quadratmetern. Das ist mehr als im Zuge der Finanzkrise.

Interesse deutsche Fondszeichner steigt

Es wird darauf ankommen, ob Biden das Präsidentenamt trotz Trumps Zerstörungswut halbwegs glatt übernimmt. Denn wie so oft spielt auch in diesem Fall die Psychologie bei den Anlegern eine große Rolle. Deutsche Zeichner von US-Immobilienfonds sind offenbar wieder bereit für Investitionen in den USA: So berichtet Wolfgang Kunz, Geschäftsführer der DNL-Gruppe von einem deutlich gestiegenen Interesse seiner Kunden.

Mit Jamestown, US Treuhand, DNL, TSO, Deutsche Finance und Hamburg Atlanta Beteiligungen gibt es derzeit sechs aktive Initiatoren von geschlossenen Immobilienbeteiligungen in den USA. Weitere Unternehmen haben Pläne in der Schublade. Ebenso wie die Anbieter offener Fonds. Der Kurs dreht Richtung Normalität. Hoffen wir das Beste.

Hier sehen Sie den Einblick von Markus Gotzi als Video.

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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