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Teurer als Neuware

Mai 2019

Durchschnittspreise für gebrauchte Immobilienfonds so hoch wie niemals zuvor

Rekord an der Zweitmarktbörse. Mit durchschnittlich 113,9 Prozent erzielten gebrauchte Immobilienfonds den höchsten Kurs in der Geschichte der Fondsbörse Deutschland. Und auch das Handelsvolumen schoss in die Höhe. Insgesamt 556 Transaktionen summierten sich auf 24,5 Millionen Euro, knapp sechs Millionen Euro mehr als im März.

Wo kostet Second Hand mehr als Neuware? Bei Autos? Dann muss es sich schon um seltene Oldtimer handeln. Genau wie bei anderen Luxusartikeln wie Uhren, Briefmarken oder Gemälden. Übersteigen die Kurse von Zweitmarktanteilen die Ausgabepreise neuer Emissionen, kann es dafür nur einen Grund geben: Die Käufer erwarten sich höhere Renditen als mit Investitionen auf dem Erstmarkt. Das ist so ähnlich wie bei festverzinslichen Wertpapieren aus Jahren der Hochzinsphase. Die kosten ebenfalls mehr als den Nominalwert.

Angebot auf dem Erstmarkt ist extrem mager

Bei den AIF und Modellen nach dem Vermögensanlagegesetz kommt ein weiterer Punkt hinzu: Das aktuelle Angebot ist extrem mager. Die BaFin hat im ersten Quartal gerade einmal drei AIF gestattet, zwei davon von der Wealthcap (siehe Blog-Beitrag „Luft nach oben“). Dass Anleger auf den Zweitmarkt ausweichen, zeigt mir, wie gefragt Sachwerte nicht nur bei institutionellen Investoren, sondern auch bei privaten Anlegern sind. Offenbar stärker, als von den Beratern in den Banken oder auch von freien Finanzvermittlern vermutet. Fair konzipierte neue Angebote mit rentablen Investments sollten daher ihre Chance im Markt bekommen. Denn eines dürfen alle Beteiligten nicht vergessen: Ohne neue Fonds gibt es in wenigen Jahren nicht mehr genügend Masse für den Zweitmarkt. Das erklärt die Anstrengungen der Fondsbörse Deutschland, das Neugeschäft anzukurbeln, zum Beispiel mit digitaler Unterstützung der Vertriebsaktivitäten.

Einkaufszentren beherrschen Top Ten

Wie profitabel die historischen geschlossenen Beteiligungen sein können, zeigen die Zweitmarktkurse ausgewählter Angebote. Wobei auffällig ist, dass Handelsimmobilien die Top-Ten beherrschen. Ganz vorne liegt der „Deutsche Grundbesitz-Anlagefonds 6“ mit dem Olympia-Einkaufszentrum in München und einem Kurs von mehr als 1.000 Prozent, gefolgt vom ebenfalls von der DWS aufgelegten „DB Einkaufs-Center Immobilienfonds“ mit 837 Prozent.

Zwar sind das absolute Ausnahmen in einem Gesamtmarkt, der genügend schlechte Fonds umfasst, doch belegen sie zweifelsfrei, wie differenziert die Branche ist. Und auch wenn unter den aktuellen Angeboten nicht unbedingt ein zweites Olympia-Einkaufszentrum sein sollte, so haben die geschlossenen Investmentfonds dennoch ihre Berechtigung unter den Sachwertebeteiligungen.

Herzlich, Ihr Markus Gotzi

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